Schloss Haggn

Der Bayerische Wald war früher reich an Burgen und Schlössern. Nur wenige haben die Jahrhunderte ohne größeren Schaden überstanden. Zu deisen gehört auch Schloss Haggn. Die Erklärung, dass Haggen oder Haken nicht nur das Land in einer Flußkrümmung, sondern auch den Winkel zwischen zweizusammenfließenden Wasserläufen bedeutet, trifft hier zu. Monschein hat diesen Ortsnamen aus dem Althochdeutschen erklärt: hagan = Dornenstrauch, alsoein Ort, der mit Gesträuch eingefriedet ist. Die erstgenannte Erklärung dürfte jedoch eher zutreffen.

In einer bachdruchflossenen Talmulde am Fuße des Buchaberges liegt von Bäumen umschlossen das malerische und märchenhafte Schloss Haggn. Früher war es eine Wasserburg.Von den ehemaligen Ringgraben ist nur noch ein kleiner Weiher in der westecke übriggeblieben. Der im Spätmittelalter errichtete Bau aus dem 14. Jahrhundert mit seinen Türmen und Erkern ist ein selten gut erhaltenes Denkmal einer längst vergangenen Epoche.

Schloss Haggn kann auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Es war im 14. Jahrhundert Sitz der uradeligen Steinberger auf Steinburg, die in Oberalteich ihr Erbbegräbis hatten. 1336 verkauften Heinrich der Steinberger in Haken und seine Frau Offnei mit den Kindern Heinrich, Konrad, Friedrich, Johann, Klara, Margreth und Matzga ihen größeren Hof zu Straßkirchen an das Kloster Oberalteich, wobei Ulrich der Leubolfinger von Au als Schwager und Berthod der Steinberger von Steinburg Mitsiegler waren. Im gleichen Jahr wirkte Heinrich der Steinberger in Haken bei der Beurkundung der Seelgerätstiftung für Berhold Steinberger von Au selig nach Windberg mit. 1339 entsagten Heinrich Steinberger von Haken sowie Frau und Söhne gegenüber dem Kloster Windberg allen Ansprüchen auf den Hof " In der Bogen".  1343 trat heinrch noch als Zeuge auf. Nach dem Erlöschen des Geschlechts der Steinberger ging Haggn an die Zenger und von diesen an das oberpfälzische Adelsgeschlecht derer von Waldau zu Waldau und Waldthurn bei Vohenstrauß über. Der Erbstreit nach dem Tode von Andre Zengers Schwester Elsbeth, die den Tobias von Waldau geheiratet hatte, fiel Haggn an deren Sohn Ulrich von Waldau, Daher erscheint Ulrich Waldauer zum Haken um 1465 in der Landtafel. Im Löwlerkrieg war auch Haggn unter den vielen Schlössern des Waldes, die König Ladislaus von Böhmen, der Bundesgenosse der aufständischen Ritter, 1490 in seinen Schutz nahm. Doch bleiben die Waldauer im Besitz von Haggn, denn in der im Hahre 1525 erstellten Landtafel erscheinen Georg und Hanns Tobias von Waldau als Herrn von Haggn und Rattiszell. Diese Linie erlosch 1540 und Haggn kam  an den Gemahl der Anna von Waldau, den 1547 als Pfleger von Mitterfels bezeugten Balthasar Türrigl von Tiglstein. Burhard Türrigl zu Riglstein und Haken starb 1559.

Nun kam Haggn an den degenbergschen Pfleger zu Schwarzach, Balthasar Khürmreuther, wlcher das benachbarte Schloss Pürgl dazu erwarb. Von seinen drei Söhnen erhielt Christoph die Hofmark Haggn, der sich auch zu Machtenhofen und Höllgrub schrieb. 1601 war er nicht mehr am Leben.

Christoph hatte zwei Söhne, Veit Adam und Hanns Christoph. Letzterer überließseinen Erbteil 1613 seinem Bruder, der sich zu Haken und Machtenhofen schriebund 1619 bis 1631 Pfleger von Mitterfels war.

 

1656 kam Haggn mit der Hand der Maria Barbara von Khrmreut an Joseph Simon Prey von Straßkirchen, der sich auch zu Schönstetten, zum Haggn und Höllgrub schrieb. 1659 transportierte er der Stadt Straubing 2000 Gulden zur Abzahlung der von seinem Schweigervater Veit Adam von Khürmreuth selig aufgenommenen und durch Übernahme der Hofmark Haggn auf ihn übergangenen Schuld.

Nun kam Preys Vetter Leopold von Rehlingen, der sich zum Pürgl, zu Haggen, Sparr und Höllgrub schrieb, und nachdem er kurze Zeit Mautner zu Straubing gewesen, schon 1665 bis zu seinem Tode 1678 Landrichter in Straubing war.

Die Rittersteuer 1681 für Haggn und Pürgl erlegten seine Erben. Adam Leopold von Rehlingen zum Pürgl, Haggn, Sparr und Höllgrub starb laut Grabstein in Neukirchen 1737. Über seine Tochter Maria Euphrosina, die den Hanns Christoph von Asch, Pfleger zu Deggendorf, geheiratet hatte, kam Haggn, Pürgl, Sparr, Höllgrub und Aicha v. Wald, der 1747 im 69. Lebensjahr starb.

Sein Sohn Joseph Leopold Freiherr von und zu Asch auf Haggn, Pürgl starb als geheimer Regierungsrat zu Straubing 1802 laut Grabstein an der St. Peterskirche mit 63 Dienstjahren im 90. Lebensjahr. Er war ein besonderer Guttäter des Neukirdchener Gotteshauses. Von seinen drei Söhnen wurde Joseph Clemens Prämonstratenser in Windberg mit dem Klosternamen Norbert. Ein anderer Sohn namens Clemens studierte am Germanikum in Rom und wurde Pfarrer von Feldkirchen und Domherr in Regensburg. Der jünste Sohn Ignaz Franz Alois, der die Herrschaft erbte, war Tegierungsrat in Straubing  und starb 1857. Aber bereits 1841 ist der Gemahl seiner Tochter Johann, der Freiherr Anton von Schrenk-Notzing Apellationsgerichtsrat, als Inhaber der Hofmark Haggn mit Pürgl vermerkt.

Dessen Sohn Leopold baute die Ökonomie des Schlosse um und starb 1920 als K. B. Major a. D. ohne Nachkommen (Ihm wurde das Restaurant Leopold gewidmet)

Der Besitz ging auf den Freiherrn Otto von Berchem über, den Gemahl einer Großnichte des Erblassers. Die Freiherrn und Grafen von Berchem sind ein Seit 1491 beurkundetes kölnisches Rats-  und Handelsherrengeschlecht, dem im Jahre 1676 in Bayern die Edelmannsfreiheit verliehen, das 1683 ind den Reichsfreiherrenstand und 1772 in den Reichsgrafenstand erhofen wurde.

Dannach wurde es Marlies von Berchem dannach verheiratete Marlies Falck verehrbt die eine ganz besondere Frau war. Diese hatte den Besitz Ihren Kindern vermacht die es veräusserten.

Das Schloss Haggn ist jetzt im Besitz einer Familie und das Gut Haggn mit Park ist im Besitz von Klaus Rauschendorfer der es liebevoll renoviert.